How-To: volumio2 und sonerezh zusammen auf dem Raspberry Pi1

Audioplayer und Streaming-Dienst zusammen auf dem Raspberry Pi 1?
Das geht? Ja! Und wie? So!

Über volumio:
volumio ist ein genialer Audioplayer, der in unserem Heim direkt an das Soundsystem angeschlossen ist.

Über sonerezh:
sonerezh ist ein einigermaßen performanter und schlanker Musik-Streaming-Dienst mit Benutzerverwaltung.

1 – Installation von volumio2

Was wird benötigt?:

  1. SD-Karte
  2. Win 32Disk Imager
  3. Das Volumio-Image (Download hier)

Wie wird installiert?:

  1. Image entpacken
  2. Win32 Disk Imager starten
  3. Image auswählen und auf SD-Karte kopieren
  4. Nach Fertigstellung SD-Karte in den Raspberry stecken und Raspberry starten

volumio sollte damit schon laufen und hat auch evtl. angeschlossene USB-Laufwerke / Medien schon integriert (gemountet).
Zumindest bei mir wurde die Platte unter /media/[Festplattenname] gemountet und ich konnte direkt die Musiksammlung einlesen.

Hinweis:
Zum Thema „mounten von USB-Laufwerken“ gibt es einen tollen Artikel auf Jan Karres‘ Blog.

SSH-Login am Raspberry nach erfolgter Installation:
User: volumio
Passwort: volumio

Hinweis:
In der mir vorliegenden volumio-Version ist der ssh-Login mit dem root-Benutzer aus Sicherheitsgründen deaktiviert.
Durch Eingabe von sudo nano /etc/ssh/sshd_config kann die ssh-Konfiguration geändert werden.
Die Zeile PermitRootLogin no auf PermitRootLogin yes ändern und ssh per
/etc/init.d/ssh restart neu starten und auch daran denken für diesen User ein starkes Passwort zu vergeben!

2 – IPv6 aktivieren (optional)

Nach der Installation von volumio war (zumindest bei mir) die Unterstützung von IPv6 deaktiviert.
Wenn also bei der Eingabe von ifconfig keine IPv6-Adresse ausgewiesen wird, kann man die Unterstützung wie folgt aktivieren:

Hier fügt man am Ende folgende Zeile ein:

Anschließen startet man den Raspi mit

neu.

Wenn nach der Aktivierung von IPv6 mit ifconfig keine IPv6-Adresse angezeigt wird, muss die sysctl.conf mit

geprüft und ggf. um folgende Zeilen erweitert werden:

Diese Einstellungen können im Anschluss mit

aktiviert werden.
ifconfig sollte dann eine IPv6-Adresse ausweisen.

3 – sonerezh installieren

Für meine sonerezh-Installation habe ich MariaDB als Datenbank gewählt.
Wer möchte kann aber auch MySQL nutzen.

Folgende Pakete werden für sonerezh benötigt:

Bei der Installation der Datenbank wird man nach einem Passwort für den root-Benutzer gefragt, welches im Anschluss auch gleich wieder benötigt wird.
Nämlich nach folgendem Aufruf:

Dann die Datenbank mitsamt User anlegen und die Berechtigungen vergeben.
Bitte nicht vergessen im folgenden Abschnitt MeinPasswort durch ein beliebiges Passwort zu ersetzen!

Weiter geht’s mit sonerezh selbst:

Jetzt gilt es noch die nginx-Konfiguration anzupassen.
Ich habe für meine Installation als Port 8081 gewählt, dieser ist natürlich frei wählbar.
Außerdem kann die Zeile listen [::]:8081 ipv6only=on; weggelassen werden, wenn keine IPv6-Unterstützung für nginx benötigt wird.

Meine Konfiguration sieht wie folgt aus:

Nach dem Speichern der Einstellungen (STRG+O, STRG+X) wird nginx neu gestartet:

bzw., falls nginx noch nicht gestartet war

Hinweis:
Ein Startscript für nginx bietet Jan Karres unter Step 14 auf seinem Blog an.

An dieser Stelle möchte ich auch gleich noch auf einige Probleme mit nginx hinweisen:

  • Falls Fehlermeldungen in Bezug auf fehlende Verzeichnisse (z. B. log) auftauchen, einfach diese Verzeichnisse manuell anlegen.
  • Damit sonerezh / nginx beim rekursiven Einlesen der Verzeichnisse nicht auf einen Timeout läuft (Error 504), sollte der Wert request_terminate_timeout = 30 in der Datei /etc/php5/fpm/pool.d/www.conf auf request_terminate_timeout = 300 erhöht werden.
  • Gleiches gilt für die generelle Einstellung in der PHP.ini. Hier gilt es den Parameter max_execution_time auf max_execution_time=300 zu erhöhen.

Sofern ich jetzt nichts vergessen habe, sollten volumio und sonerezh aufrufbar sein und zwar unter:
http://IPAdresseDesRaspberry für volumio und
http://IPAdresseDesRaspberry:8081 für sonerezh.

Sie haben das letzte Wort!

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