DocuWare 6: Eine erste Zwischenbilanz

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Seit nahezu einem halben Jahr ist DocuWare 6 nun auf dem Markt. Während meiner hauptberuflichen Tätigkeit durfte ich seitdem bereits mehrere Projekte federführend betreuen. Zeit für ein Re­sü­mee.

Zuvor eine kleine Anmerkung:
Die nachfolgenden Tatsachen und Beschreibungen beruhen auf meinen persönlichen Erfahrungen und auf Erfahrungen, die andere DocuWare-Benutzer mir nicht vorenthalten wollten ;).

Ohne Frage:
DocuWare ist definitiv führend in der Branche der DMS-Anbieter und dort auch als Technologieführer anzusehen. Die Innovationen (z. B. Intelligent Indexing) sprechen für sich. Wie aber bei jedem mir bekannten Hersteller kämpft auch DocuWare immer wieder mit dem Punkt Software-Qualität bzw. dem Thema Qualititätsmanagement und dem Umgang mit Fehlern, die aus Kunden- und Partnersicht als schwerwiegend einzustufen sind.

In Punkto Installation und Konfiguration kann man sich nicht beschweren. Die Installation der Serverdienste geht leicht von der Hand und die Konfiguration von Archiven, Dialogen, Berechtigungen, Import-Einstellungen etc.. sind intuitiv und mit etwas Übung durchaus gut zu bewerkstelligen. Auch Upgrade-Installationen, wie z. B. von DW 5.1c auf DW 6 liefen bisher ohne große Reibungsverluste.


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Die Krux liegt eher etwas tiefer versteckt, einige verbesserungswürdige Punkte möchte ich nicht vorenthalten:
Viele DocuWare-Anwender wagen jetzt mit DocuWare 6 den Schritt weg vom Windows-Client hin zur reinen Web-Anwendung.
Geht man also davon aus, dass sich der DW-User mit DocuWare 6 nicht mehr mit dem Windows- und dem Webclient anfreunden muss, sondern ausschließlich den Webclient nutzen soll – nicht grundlos gibt es auch die neuen Module „DocuWare Import“ und „Barcode & Forms“ – so kann man davon ausgehen, dass ein langjähriger Nutzer des Windows-Clients nicht nur einige Funktionen im Webclient vermissen wird, sondern auch in seinem Arbeitsfluss erhebliche Einbußen haben wird.

Beispiele die im Alltag immer wieder genannt werden:

  • Die Funktion „Anmerkung verschmelzen“ ist im Webclient nicht vorhanden
  • Ebenso sucht man „Dokument geraderücken“ vergeblich
  • „Indexierung vervollständigen“ übernimmt keine Einträge in Stichwortfeldern
  • Die bisher gewohnten Shortcuts fallen (zwangsläufig) weg
  • Der DocuWare-Printer kann (noch?) keine TMControls verarbeiten
  • Suche / Anzeige / Ablage dauert gefühlt und auch messbar länger
  • Nervige Anzeige „Das Feld darf nicht leer sein“ bei Pflichtfeldern
  • Ablagemaske verliert Fokus, wenn Dokumente in separatem Fenster angezeigt werden
  • Insgesamt umständlicheres Arbeiten im Webclient, wenngleich optisch ansprechender
  • Probleme mit OCR, wenn Dokumente im „alten“ Webclient-Viewer angezeigt werden
  • Probleme beim Anzeigen von Dokumenten, wenn der neue HTML5-Viewer genutzt wird
  • Div. Probleme bei der Volltextindexierung bzw. der Übernahme des VT-Katalogs

Für Benutzer, die nur gelegentlich in DocuWare recherchieren oder Dokumente manuell ablegen müssen, mögen diese Punkte nicht allzu schwer wiegen.
Der Windows-Client-Poweruser kommt hier aber schnell an eine Grenze und schlägt recht schnell bei der Hotline des ADP auf.

Neu-Anwender hingegen, die die Ära des Windows-Clients nicht mitbekommen haben und auch nie kennenlernen werden, sind in dieser Hinsicht schmerzfrei – abgesehen von den OCR- und Viewer-Weh­weh­chen, die sich meist mit gutem Zureden des ADP und ab und an mit einem „Pflaster“ vom DocuWare-Support beheben lassen.

Das Fazit nach ca. 6 Monaten DocuWare 6:
Der Weg ist das Ziel! Viele Hausaufgaben wurden gemacht, manchmal zwar etwas schlampig aber meiner Einschätzung nach befindet sich DocuWare gerade auf der Zielgeraden, was die Nutzung der Web-Technologie angeht. Wenn man den Fokus jetzt weniger auf neue Zusatzmodule sondern mehr auf die Optimierung der vorhandenen Module setzen würde, wäre das nicht nur im Sinne des Produktes gut, sondern ganz bestimmt auch im Sinne der Kundenbindung.

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